Und so werden Anna Carl und Nadine Ellrich abwechselnd auf und um den Meininger Weihnachtsmarkt unterwegs sein, die Kinder mit Süßem erfreuen, mit ihnen gemeinsam basteln, aber sie auch manch kleine Aufgabe lösen lassen. Schließlich wird das märchenhafte Spektakel bis zum 23. Dezember zu erleben sein. Zu tun gibt es also genug für die beiden Mädels.
Übrigens: Dem Meininger Weihnachtsmann alias Eberhard Köhler sind seine beiden Gehilfinnen längst keine Unbekannten mehr. "Ich habe sie in den letzten Jahren schon oft getroffen als Weihnachtsmann und ich freue mich, dass sie mich jetzt unterstützen wollen", sagte der Bärtige mit tiefer Stimme.
Anna Carl: Anna Carl hatte sogar ihr Instrument mitgebracht, um die Jury zu überzeugen.
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Nadine Ellrich: Ausdrucksstark trug Nadine Ellrich ihre Lieder vor.
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Ganze 23 Tage lang Weihnachtsmarkt
Am 1. Dezember wird der märchenhafte Weihnachtsmarkt in Meiningen vor der altehrwürdigen Stadtkirche für die Besucher seine Tore öffnen. Offiziell eingeläutet wird er jedoch erst am Sonntag (2. Dezember/14 Uhr) in der Stadtkirche. Vor Meiningen und seinen Besuchern liegt dann eine besonders schöne, besinnliche und frohe Zeit. Bis zum 23. Dezember - und somit weitaus länger als anderenorts - wird der Markt geöffnet haben. Eine Riesenaufgabe auch für die Veranstalter, denn gerade in der Adventsszeit sind Kunsthandwerker und Händler mit weihnachtstypischem Angebot überall begehrt. "Es ist nicht leicht, sie zu binden, denn auch Mitbewerber versuchen, ihren Weihnachtsmarkt attraktiv zu gestalten und werben ab", haben die Macher vom Südthüringer Messe- und Ausstellungsservice, längst erfahren. Märkte in großen Städten versprechen den Beteiligten mehr Umsatz als die Theaterstadt. Und trotzdem: "Von unserem Anspruch, einen Markt mit besonderem Flair auf die Beine zu stellen, gehen wir nicht ab". Um so mehr sind die Organisatoren froh, den Besuchern 2007 wieder einen Weihnachtsmarkt schöner den je bieten zu können. Einen Schnitzer werden die Besucher ebenso erleben können wie einen Glasbläser und eine Glasmalerin. Pfefferkuchen wird der Wichtel der Rhönhexe feilbieten. Und auch das Sortiment insgesamt wird einstimmen auf das Fest - angefangen von Weihnachtskerzen, russischen und polnischen Pralinen, über Stollen bis hin zu Weihnachtsschmuck oder -tischdecken und -bäumen. 43 Weihnachtshütten halten ein ganz besonderes Angebot bereit. Drei davon hat der Südthüringer Messe- und Ausstellungsservice für dieses Jahr neu angekauft. "Wir organisieren den Markt in Eigenregie als Unternehmen. Da gehört auch dazu, dass man immer wieder investiert", sagt Wagner. Hierzu zählten auch die Extra-Stromzähler für jeden Händler, "damit eine ordentliche Abrechnung erfolgen kann." Insgesamt warten 60 Stände und Schausteller auf die Besucher. Auch das Bühnenprogramm will wieder auf besondere Weise einstimmen auf das Fest. "Hier arbeiten wir wieder mit vielen Kooperationspartnern zusammen", sagt Barbara Wagner.
Ganz besonders bringt sich auch in diesem Jahr wieder die Kirche ein. Erstmals werden alle Veranstaltungen hinaus auf den Weihnachsmarkt übertragen. Einen Raum der Besinnung wird es auch 2007 wieder geben - mit Texten zum Nachdenken. Menschen können hier der Hektik des Alltags den Rücken kehren. Dienstags findet eine adventliche Andacht mit Orgelmusik statt - eine Zeit zum Innehalten. Lesungen, Theaterstücke und Konzerte sind außerdem geplant.
Und wie in den Jahren zuvor auch wird täglich ein Türchen von Thüringens schönstem Adventskalender geöffnet. Als solcher präsentiert sich die Stadtbibliothek. Und in der Märchenhöhle können die Jüngsten spannenden Geschichten lauschen.
Doch Meiningen hat noch mehr zu bieten als andere. An jedem Wochenende werden die Turmbläser aus luftiger Höhe weihnachtliche Atmosphäre über den Markt schicken. Auch Weihnachtsmann Eberhard Köhler ist davon stets fasziniert.
Meiningens Bürgermeister Reinhard Kupietz weiß die Ausstrahlungskraft und das besondere Flair des Meininger Weihnachtsmarktes zu schätzen. Leute schwärmten oftmals von Berlin, Erfurt oder Nürnberg. Klar sei, dass man diese Weihnachtsmärkte nicht kopieren könne. "Darum geht es auch gar nicht. Wir brauchen einen Markt, der Athmosphäre vermittelt und genau das haben wir", sagt Kupietz. Es sei enorm, was hier für die Dauer der gesamten Adventszeit auf die Beine gestellt werde - und das nicht nur für die Meininger, sondern auch für das Umland. Und Kupiez führte als Vergleich die Partnerstadt Obertshausen an, ohne dies negativ werten zu wollen: "Dort gibt es nur einen Tag lang einen Weihnachtsmarkt".
Freuen sich auch dieses Jahr wieder auf den Weihnachtsmarkt und die Belebung der Innenstadt: Weihnachtsmann Eberhard Köhler, Barbara Wagner vom Südthüringer Messe- und Ausstellungsservice, Bürgermeister Reinhard Kupietz und Gabriele Bürkel, die Vorsitzende der Werbegemeinschaft. (v.l.) Foto: SMAS
Hütes und allerlei
Auch kulinarisch gesehen sollen zum Weihnachtsmarkt keine Wünsche offen bleiben. Wie 2006 auch werden in diesem Jahr auf dem Markt Meininger Hütes serviert - natürlich mit Braten und Soße. Eigens dafür hergerichtet wird die Hütteshütte. Neu hingegen sind die "Meininger Weihnachtsträume" - ein Gebäck, das frisch auf dem Markt zubereitet wird. Die Kartoffelpuffer werden handgemacht sein. Indische Gerichte, Döner, Pizza, Suppen, Reispfanne, Schaschlyk, Gegrilltes und einiges mehr soll es für den Gaumen zudem geben. Der Glühwein zum Aufwärmen ist selbstverständlich mit dabei. Die Besonderheit allerdings: In Meiningen wird auch die weiße Variante des Heißgetränkes offeriert. Darüberhinaus gibt es auch Cocktails und Feuerzangenbowle - mit Brezeln oder Schweinsohren, je nach Belieben.
Ein Rauschebart wie aus dem Bilderbuch
"So einen Weihnachtsmann hat keiner", sagt Meiningens Bürgermeister Reinhard Kupietz über das Original Eberhard Köhler. Der stammt zwar nicht aus der Theaterstadt, sondern aus Roßdorf, ist aber aus Meiningens Weihnachtszeit nicht mehr wegzudenken. Zum zwölften Mal ist Eberhard Köhler der Meininger Weihnachtsmann. Wer damals fünf war, als er begann, ist heute siebzehn - und kommt mitunter immer noch, um dem Rauschebart mit rotem Mantel respektvoll zu begegnen. Man erinnert sich gerne. Köhler ist ein Unikat als Weihnachtsmann - groß, stattlich und mit einem tiefen Baß.
Als er 1998 zur deutschlandoffenen Wahl von "Mister Weihnachtsmann" gewann, war sein Rauschebart dafür wohl ausschlaggebend. Schießlich war er der einzig echte. Wer sich gegen den Hünen Chancen ausrechnen will, der muss schon einiges aufbieten. Schließlich singt der Meininger Weihnachtsmann mit den Kindern auf der Bühne, reitet auf dem Pferd, spielt Trompete und Tenorhorn, backt jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit selbst Pfefferkuchen. Die Kleinen, die aus Meiningen und Umgebung, ja selbst aus Hessen und Bayern jährlich zum vorweihnachtlichen Treiben in die Theaterstadt kommen, lieben, verehren und vertrauen ihm. Anfangs war er verwundert, weshalb ihm kleine Kinder ausgerechnet auf dem Weihnachtsmarkt ihren Nuckel schenkten. "Da hatte ich machmal beide Taschen voll". Was die Eltern das ganze Jahr über alleine nicht geschafft hatten, wurde mit Hilfe des bärtigen Gesellen erreicht: Die Sprößlinge trennten sich von ihrem "Lutschgerät", das sie bislang Tag und Nacht seit der Stubenwagen-Zeit begleitet und beruhigt hatte.
Nicht nur die Besucher freuen sich auf den Weihnachtsmann aus der Vorderrhön, das Vergnügen ist auch auf seiner Seite. Wenn ihm dann noch Leute erzählen, dass seit Jahren schon zu Hause ein Foto vom Rauschebart mit dem roten Mantel hängt, "dann freut das einen ganz besonders".


Gerötete Wangen und Nase, weißer Bart - ein Weihnachtsmann - Gesicht wie aus dem Bilderbuch. So kennt man den bärtigen Alten seit vielen Jahren auf dem Meininger Weihnachtsmarkt. Foto: SMAS
Nun doch: Auch 2007 zwei Wettbewerbe
Auch in diesem Jahr wird es wieder einen Wettbewerb um die schönste Weihnachtshütte geben. "Wir wollen die belohnen, die sich ganz besonders in Zeug legen bei der Gestaltung", sagt Barbara Wagner vom Südthüringer Messe- und Ausstellungsservice.
Der Schaufensterwettbewerb sollte dieses Jahr allerdings zunächst ausfallen. "Diesen zu organisieren, war vom Aufwand her so kurzfristig nicht möglich", sagte Gabriele Bürkel, die Vorsitzende der Meininger Werbegemeinschaft Ende letzter Woche. Da müsste es eine Bewertungskommission geben, müssten Sponsoren für Preise gefunden werden. Die Absage indes wurde bedauert.
Mitglieder der Jury für den Hütten - Wettbewerb kündigten daraufhin Unterstützung an. "Es ist auf jeden Fall möglich, dass wir zugleich auch die Schaufenster begutachten und ein weiteres Mitglieder der Werbegemeinschaft mit bewertet", so Barbara Wagner vom Südthüringer Messe- und Ausstellungsservice, die selbst Vorstandsmitglied der Werbegemeinschaft ist. Solch eine Tradition müsse beibehalten werden. Und was die Auszeichnung angeht, so hatte auch Meiningens Bürgermeister schnell ein Angebot parat, damit der Wettbewerb nicht ins Wasser fällt: Neben der öffentlichen Würdigung "könnte ich mir ein gemeinsames Abendessen mit den Bestplatzierten vorstellen". Bei diesem könne man zudem miteinander ins Gespräch kommen und sich gegenseitig austauschen. Initiativen seien wichtig, um die Innenstadt zu beleben. Den Händlern wünschte er eine erfolgreiche Zeit, in der auch die Kassen ein wenig mehr klingelten als sonst.